Hier vor unserer Haustür. Hier passiert dieser Krieg.

Fassungslosigkeit. Trauer. Wut. Enttäuschung. Ich bin enttäuscht von der Welt. Enttäuscht von der Menschheit. Mal wieder. Noch immer s...


Fassungslosigkeit. Trauer. Wut. Enttäuschung. Ich bin enttäuscht von der Welt. Enttäuscht von der Menschheit. Mal wieder. Noch immer sitze ich hier und weiß eigentlich nicht so richtig, wie ich in Worte fassen soll, was gerade in der Welt passiert. Aber die letzte Woche war so voller Schrecken, so voller Angst und Grausamkeit, dass ich nicht länger wortlos dasitzen kann. Es gibt fast keinen Tag mehr, an dem man Morgens aufwacht und keine schlimme Nachricht auf dem Handydisplay erscheint. Die Wahrscheinlichkeit an einer Grippe zu sterben ist fast 4000 Mal höher als Opfer eines Terroranschlags zu werden. Wenn man sich jedoch die traurige Bilanz der letzten Zeit anschaut, in der so viele unschuldige Menschen  durch grausame Bluttaten mitten aus dem Leben gerissen wurden, ist uns die Wahrheit dieser These gerade mehr als fern. 

Dabei erinnere ich mich immer an die Worte von Antoine Leiris, der nach den schrecklichen Terroranschlägen in der Novembernacht in Paris, folgende Worte auf Facebook schrieb: "Freitagabend habt ihr das Leben eines außergewöhnlichen Wesens geraubt. Das der Liebe meines Lebens. Der Mutter meines Sohnes. Aber meinen Hass bekommt ihr nicht." Ich habe diesen Post damals immer und immer wieder gelesen. Konnte anfangs nicht verstehen, wie jemand, dem so viel genommen wurde, keinen Hass auf die Schuldigen haben kann. Konnte nicht begreifen, wie man damit auch nur ansatzweise leben kann. Und immer und immer wieder die selben Worte in meinem Kopf: "Meinen Hass bekommt ihr nicht".  Mittlerweile denke ich so, wie Antoine Leiris. Diese Angst, die uns lähmt. Diese Angst, Opfer zu werden, zu sterben. Diese Angst ist so groß, dass wir dabei vergessen, unser Leben weiterzuleben. Wir verkriechen uns, meiden große Menschenansammlungen und lassen uns einschüchtern. Wir vergessen, wie sich Freiheit anfühlt. Das zu tun, was uns Spaß macht. Daran zu glauben, was uns wichtig ist. Dort zu sein, wo wir wollen und Freude mit den Menschen zu teilen, die uns am Wichtigsten sind. Wir vergessen Mensch zu sein. Durch die gehäuften Anschläge, die jetzt in unmittelbarer Nähe passieren. Nicht mehr irgendwo im nahen Osten. Nicht mehr irgendwo in einem Kriegsland. Nicht mehr dort, wo es für uns doch so weit weg erscheint. Direkt hier. Hier vor unserer Haustür. Hier passiert dieser Krieg. Frieden in Europa, Frieden in Deutschland, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Aufgewachsen in Freiheit, Frieden und dem Recht auf Meinungsäußerung. Krieg war nur in den Geschichten der Großeltern da. Wir waren so gutgläubig. So blind. So unschuldig.

Jeden Tag ein neuer Hashtag. Jeden Tag ein neues Land, eine neue Stadt. Jeden Tag eine weitere Bluttat. Und überall Hass. Hass auf die Menschen. Hass auf Religion. Hass auf Flüchtlinge. Hass. Ich frage mich, wann wir endlich wieder anfangen vernünftig zu sein. Wir leben in einer Welt voller Egoisten, Arschlöcher und Ignoranten. Ohne Zusammenhalt und Miteinander. Ich glaube erst wieder an ein bessere Welt, wenn zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe wieder mehr zählt, als Eifersucht, Neid und Hass. Erst dann, wenn die Menschlichkeit wieder zur Tugend wird.


#PrayForParis
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#PrayForTheWorld
#PrayForEveryone



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24 lovely comments

  1. Es ist schwer, die ganzen Geschehnisse in die richtigen Worte zu fassen.
    Es tut weh mit anzusehen, wie sich der Krieg immer weiter nähert.
    Es war bis jetzt doch immer so weit entfernt.
    Vielen Dank für deine Worte!
    Liebe Grüße
    Ina
    http://www.mintliebe.de

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    1. Lasst uns gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten ♥

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  2. Nadine28.7.16

    Woooow Helena! Das war wirklich ein inspirierender Text. Du schreibst genau das auf, was man selber gerade fühlt und ich bin total von den Socken. Ich hab die ganze Zeit genickt, dachte mir.. jaaa genau...das ist das problem...genau so ist es!! Du hast echt ein Händchen dafür, das alles so aufzuschreiben. Ich wollte nie wissen, wie sich Krieg anfühlt. Ich wollte nie eines dieser Kriegsländer sein, in denen einen täglich Bomben und Kugeln um die Ohren fliegen. Ich wollte nie in einem Land leben, aus dem man flüchten muss. War so dankbar für Deutschland. Wie du schon schreibst... wir sind naiv... und wir glauben, dass wir alle von damals gelernt hätte... aber wie man sieht: so ist es nicht!! Zu viele Arschlöcher, Egoisten und Ignoraten auf dieser Welt.... Es dauert nicht mehr lang, bis alles explodiert. Wir sind kurz davor.... also nochmal herzlichen Dank für deine gänsehaut-mäßigen Worte!
    Nadine <3

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    1. Vielen Dank für deine Worte, Nadine.

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  3. Der Post hat mich wirklich sehr berührt und ich musste nochmal über alles nachdenken. Danke dafür!

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  4. Anonym28.7.16

    Auf den Punkt gebracht.

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  5. Annie28.7.16

    Hallo liebe Helena,
    ich bin wahnsinnig beeindruckt von deinem Text. Ich kann dir nur absolut und vollkommen zustimmen.
    Ich habe mich auch immer gefragt, wie es denn ist, in einem Kriegsland zu leben. In einem Land, aus dem man flüchten muss. Ich konnte es mir nie vorstellen. Ich weiß, noch sind wir nicht so weit. Noch ist kein wirklicher Krieg da. Aber ich verstehe absolut, was du mit dem Text meinst. Dieser "Krieg" mit all dem Hass und dem Terror ist hier. Auch wenn es kein 3. Weltkrieg ist, aber es ist abartig, was in dieser Welt los ist. Die ganzen Flüchtlinge, die zu uns sind und einfach nur ein neues, friedliches Leben haben wollten sind genau mit der Scheiße jetzt wieder konfrontiert, wie in ihrem Herkunftsland. Das tut mir einfach so unglaublich Leid. Für die Menschen, die sowieso schon so viel gelitten haben und auch für uns. Wir sollten alle wieder vernünftig werden!!!
    Alles Liebe,
    Annie <3

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    1. Annie, vielen lieben Dank für deine ehrlichen Worte. Es ist wirklich tragisch, was auf dieser Welt passiert. Frieden wäre zur Abwechslung wirklich mal toll.

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  6. Traurig, aber doch so wahr. Ich kann dir nur Recht geben. Das muss aufhören!!!!!

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  7. Marie-Luise28.7.16

    Da muss ich auch immer an ein ganz bestimmtes Zitat, beziehungsweise Bild denken: "Wie wär's mit dem Ausbruch des ersten Weltfriedens." und das ist voll und ganz meine Meinung. Warum kann man nicht einfach alle Waffen niederlegen und sich zur Abwechslung einfach mal verstehen? Ich verstehe diesen ganzen Hass auf dieser Welt nicht und erst recht nicht, warum man sich ständig bekämpfen muss und gegenseitig umbringen und dem anderen möglichst viel Leid zufügen. Wir sind alle winzige kleine Menschlein auf einem so großen Planeten... warum tun wir alle so als wären wir die Größten, obwohl wir es nicht sind???

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    1. Oh Marie-Luise, das ist wirklich ein tolles Zitat. Wir sollten es uns alle immer und immer wieder vor Augen halten!

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  8. Wow. Dieser Post ist einfach Wow. Es gibt nicht viele Blogger, die sich trauen solche Themen auf ihrem Blog anzusprechen. Und deshalb habe ich wirklich größten Respekt vor dir, dass du so treffende Worte gefunden hast. Danke!

    Love,
    Christina ♥
    cinapeh.blogspot.de

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    1. Vielen vielen Dank, Christina! ♥ Ich musste diese Worte einfach loswerden, auch wenn es fast unmöglich ist, das Ganze wirklich in Worte zu fassen.

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  9. Du sprichst da ein wirklich großes und wichtiges Thema an, dass uns alle mehr oder weniger betrifft. Dein Text ist wirklich toll geschrieben und regt zum Nachdenken an.
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

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  10. Ein wirklich schöner und nachdenklicher Post den ich nur unterschreiben kann!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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  11. Traurig aber wahr ... es wäre gut wenn wirklich noch viele, viele Menschen
    etwas genauer darüber nachdenken würden.

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    1. Du sagst es, liebe Lisa Marie! Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Nur so schaffen wir es vielleicht, die Welt wieder etwas besser zu machen.

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  12. Deine Worte haben mich grad wieder so nachdenklich gestimmt. Es ist wirklich unfassbar, was zurzeit alles passiert. Und ich finde es toll, wie du deine Gedanken zu diesem Thema so gut in Worte packen und mit uns teilen kannst. Vorallem der Satz "Meinen Hass bekommt ihr nicht." geht mir grad nicht mehr aus dem Kopf. Ich kann es mir auch nur schwer vorstellen in so einer Situation keinen Hass zu empfinden und doch ist es wahrscheinlich das beste, was man machen kann.
    Ich hoffe so sehr, dass das ganze bald wieder ein Ende nimmt und keine unschuldigen Menschen mehr sterben müssen.

    Danke, dass du das mit uns geteilt hast.
    Fühl dich gedrückt meine Liebe <3

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    1. Oh meine liebe Mai ♥ Vielen vielen Dank für deine Worte. Hoffen wir, dass dieses Unheil bald ein Ende nimmt und die Menschen wieder freundlicher zueinander werden. Denn Liebe ist einfach stärker, als Hass. Das darf nie anders werden! Ich drück dich ganz fest ♥

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  13. Das ist wirklich ein wunderschöner Post! Ich kann jedes Wort nachempfinden. Ich habe auch das Gefühl, uns wird die Freiheit genommen, das Gefühl, das zu tun was wir wollen. Das Gefühl von Sicherheit & Vertrautheit - eigentlich die Basis unseres Lebens. Jeden Tag werden wir konfrontiert mit neuen Schreckensmeldungen. Allein an der Summe der Hashtags, die du aufgezählt hast, erkennt man wie nah die Bedrohung wirklich ist. Im Grunde steht sie jeden Tag vor der Tür, doch wir sollten sie zur Seite schieben & uns nicht von ihr kontrollieren lassen.

    Ich danke dir für deine wahren Worte!
    Liebst

    Laura von www.mrssparkle.de

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    1. Laura, das macht mich unheimlich stolz, dass du es genau so nachempfinden kannst. Dabei ist es alles andere als einfach, die richtigen Worte zu finden. Die Summer der Hashtags ist wirklich ein unglaublich trauriges Bild. Das muss wirklich aufhören!!

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  14. Ein wundervoller Text - du hast passende Worte gefunden für eine Situation, die so schwer zu fassen ist.

    Liebe Grüße,
    Leonie

    www.allispretty.net

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@ MOULIAKADA